Málaga will mit neuen Luxushotels den Tourismus ankurbeln

Europa

Die spanische Küstenstadt Málaga hat sich zu einer der wichtigsten Städte in Europa für Städtereisen entwickelt. Mit ihrem milden Klima, den Stränden, der Gastronomie und dem kulturellen Angebot ist die Stadt heute über den viertgrößten Flughafen Spaniens (18 Millionen Passagiere und 146 Direktverbindungen) gut mit der Welt verbunden. Da die Touristenströme aus aller Welt in den kommenden Jahren weiter zunehmen dürften, soll die Zahl der Betten in 5-Sterne-Hotels in den nächsten Jahren deutlich steigen.

Die spanische Küstenstadt Málaga hat sich zu einer der wichtigsten Städte in Europa für Städtereisen entwickelt. Mit ihrem milden Klima, den Stränden, der Gastronomie und dem kulturellen Angebot ist die Stadt heute über den viertgrößten Flughafen Spaniens (18 Millionen Passagiere und 146 Direktverbindungen) gut mit der Welt verbunden. Da die Touristenströme aus aller Welt in den kommenden Jahren weiter zunehmen dürften, soll die Zahl der Betten in 5-Sterne-Hotels in den nächsten Jahren deutlich steigen.

Málaga schlägt Barcelona als beste „alternative“ Stadt Spaniens.

Dass Málaga zu den attraktivsten Reisezielen in Spanien zählt, ist keine neue Erkenntnis. Überraschend ist jedoch, dass die andalusische Stadt einer Untersuchung von Premier Inn zufolge nicht nur globale Konkurrenten, sondern auch einheimische Giganten wie Barcelona übertrifft. Barcelona mit seiner ikonischen Architektur und seinem pulsierenden Straßenleben galt lange Zeit als die Stadt, die Madrid in Bezug auf touristische Anziehungskraft und kulturelle Bedeutung in den Schatten stellt. Es scheint jedoch, dass der Charme Málagas sich für den scharfsinnigen Reisenden als unwiderstehlich erwiesen hat. Die britische Hotelkette hat in einer Studie die Google-Suchdaten ausgewertet, um die beliebtesten "alternativen" Hauptstädte der Welt zu ermitteln. In der Studie wurden 420 Städte in 89 Ländern untersucht, um herauszufinden, welche Städte das Interesse der Reisenden wecken. An der Spitze der Liste platzierte sich Málaga.

Statt Barcelona, der Touristenhotspot, der seit vielen Jahren unter dem Massentourismus leidet, zieht Málaga mit seinen herrlichen Stränden und Attraktionen wie La Alcazaba und die Burg Gibralfaro die Menschen von weit her an. Zudem wurde Málaga von der renommierten Zeitschrift „Condé Nast Traveler“ zum besten Reiseziel Spaniens 2023 gekürt. Hinzu kommt, dass die Stadt Málaga sich zu einer der begehrtesten Destinationen für digitale Business-Nomaden ("Executive Nomads") entwickelt hat. Das ist das Ergebnis einer Studie des britischen Immobiliendienstleistungs-Unternehmens Savills, welches ein Ranking der attraktivsten Städte der Welt für bedeutende Remote-Arbeiter erstellt hat. Standorte wie Málaga bieten ganzjährig angenehmes Klima, hohe Lebensqualität und einen Luxusimmobilienmarkt. Málaga sei in diesem Jahr als neuer Standort in den Index aufgenommen worden und habe sich hinter Dubai direkt auf den zweiten Platz gesetzt. Auf Málaga folgen Miami, Abu Dhabi und Lissabon.

Einhergehend mit den sich verstärkenden Touristenströmen rückt Málaga auch sukzessive in den Blickpunkt institutioneller Investoren. Diese suchen abseits der europäischen Metropolen nach Opportunitäten und finden diese in sogenannten B-Städten wie Málaga. Nach Erhebungen von Cushman & Wakefield führen Málaga, Madrid und Barcelona die Liste der begehrtesten Standorte für Hoteleröffnungen an.

Neben der Hotellerie ist die Provinz Málaga auch interessant für private Anleger, die auf der Suche nach einer Ferienwohnung sind. Daher könnte der Kauf einer Immobilie für den Eigenbedarf oder zur Vermietung eine kluge Entscheidung sein. Inzwischen soll sich die Zahl der Ferienwohnungen, über die Hälfte davon im Zentrum, auf mehr als 8.000 erhöht haben. Dazu passt, dass die Provinz Málaga bei ausländischen Investoren (die sich für Ferienwohnungen interessieren) die zweitbeliebteste Provinz an der Costa del Sol ist.

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Málaga setzt auf vermögende Asiaten und US-Amerikaner – ca. 2000 Zimmer in der Pipeline

Mit etwa 15.000 Hotelbetten ist das Angebot laut des Tourismusamtes immer noch zu gering, zumal nur vier Hotels zur Fünf-Sterne-Kategorie zählen: Vincci Posada del Patio, Only You, Gran Hotel Miramar und Soho Boutique Castillo de Santa Catalina. Málagas Tourismusstadtrat, Jacobo Florido, zeigte sich zwar mit einer Sommerauslastung von über 88 % sehr zufrieden, beklagte aber den Mangel von „Touristen mit überdurchschnittlich hoher Kaufkraft“. Derzeit entstehe ein weiteres 5-Sterne-Haus von der Hotelkette Meliá, finanziert von einer Gruppe, bei der auch Ex-Barcelona-Fußballstar Gerard Piqué mitmischen soll. Das Meliá soll über 128 Zimmer verfügen und an der Plaza de la Merced entstehen. Im 5-Sterne-Segment wird des Weiteren mit der Eröffnung des Torre del Puerto mit 378 Zimmern und des Palacio de la Tinta mit 141 Zimmern gerechnet.

Aktuell verfügt Málaga über rund 800 Betten in 5-Sterne-Hotels. Diese Zahl soll sich binnen vier Jahren verdoppeln, heißt es in einer Erklärung des Tourismusamtes der Stadt und soll perspektivisch auf 3.000 Betten steigen. Ziel sei es, den Luxustourismus anzukurbeln, um damit auch Gäste aus Asien und den USA anzulocken. Bereits in diesem Sommer habe sich die Zahl der US-amerikanischen Urlauber im Vergleich zum Vorjahr um 37 % erhöht, was vor allem auf die reaktivierten Direktverbindungen des Airports Málaga zurückzuführen sei. Insgesamt stehen den Touristen per Ende 2021 84 Hotels mit knapp 10.500 Betten in den Kategorien von 1-5 Sternen zur Verfügung. Dazu kommen noch 90 Pensionen und Hostels mit insgesamt 3.665 Betten.

Daneben sollen vier Hotels im 4-Sterne-Segment entstehen. Dazu zählen das 4S Ampl. Palacio de Solecio (Erweiterung auf 50 Zimmer), das 4 Madre de Dios (49 Zimmer), das 4* Catalonia Puerta del Mar (72 Zimmer) und das 4* Trinidad (Anzahl der Zimmer unbekannt). In diesem Kontext wurde Florido mit der Aussage zitiert, dass ein Großteil der potenziellen Luxuskundschaft nach Barcelona, Madrid oder Marbella abwandern würde, weil Málaga nicht über das Angebot an Luxushotels verfüge. Auf diese Luxuswelle würden eher die westliche Costa del Sol mit Marbella und Estepona reiten. Außerdem sei der Ausbau der Hochpreis-Hotellerie für ihn die beste Strategie gegen den Massentourismus, die Überfüllung der Altstadt und die kaum zu regulierende Airbnb-Verwüstung der Altstadt. In den vergangenen Monaten vergab die Stadt mehrere Lizenzen für neue Hotelprojekte, einschließlich für renovierungsbedürftige historische Stadtpalais aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Doch die Entwickler setzten meist auf 4-Sterne-Projekte, wegen der geringeren Investitionen, der gesicherten höheren Auslastung und der höheren Rentabilität. Dagegen seien 5-Sterne-Hotels insbesondere in konjunkturell unsicheren Zeiten krisenanfälliger. Das treffe vor allem auf Destinationen zu, die nicht als Luxushochburg angesehen werden.

Die Stadt Málaga geht davon aus, dass sich die Einnahmen pro Gast mit Luxushotels erhöhen lassen, zumal 5-Sterne-Gäste im Schnitt auch länger blieben. Durch die Nähe der Küstenorte der Costa del Sol werde Málaga bislang meist nur als Kurzzeitziel genutzt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Sommer liege bei gerade 2,28 Nächten. Die aktuellen Zahlen des Sommers 2023 würden dem Luxus-Konzept Málagas Recht geben, denn die 4- und 5-Sterne-Häuser waren mit 90,6 bzw. 92,1 % deutlich besser ausgelastet als Hotels mit weniger Sternen (86 %). Eine Übernachtung in einem 5-Sterne-Hotel in Málaga habe im Juli und August 2023 im Schnitt 267 Euro pro Nacht gekostet, bei Vier-Sterne-Hotels hätten die Preise bei 163 Euro gelegen.