05
Dez

Natur hautnah: Ab Konstanz das schwäbische Meer erleben

Fotos: werner-menzel.de

Europa

 

Kaum ein anderer Ort am Ufer des „schwäbischen Meeres“, wie der Bodensee auch gerne genannt wird, eignet sich besser als Basis zur Entdeckung der faszinierenden Natur entlang des Westufers. Auf der Suche nach einem zentral gelegenen und gleichzeitig absolut angesagten Starpunkt für vielfältige Wanderungen und Bootstouren bietet sich Konstanz an. Das liegt nicht zuletzt am kulturellen Angebot der Stadt selbst, das am Abend oder während der Wanderpause entdeckt werden muss.


Autor: Werner Menzel. Fotos: werner-menzel.de


Erholsam, inspirierend und echt: Mit atemberaubenden Panoramen, kulturellen Höhepunkten und sattgrünen Wegen bestechen vor allem die bekannten Premiumwanderwege „SeeGang“ und „Hegauer Kegelspiel“ Wanderer mit auf Entdeckertouren in und um Konstanz. Naturbelassene Ufer und (Halb-)Inseln am Bodensee treffen hier auf sanft schwingende Vulkanketten im Hegau, versteckte Buchten und malerische Häfen auf Burgruinen sowie die naturnahe Flora und Fauna der Vulkanlandschaft. Die zertifizierten und aussichtsreichen Wanderrouten bieten dabei Genussmomente für alle Sinne.

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Foto: werner-menzel.de

Imperia als Wahrzeichen

Bevor es jedoch ins Umland geht, möchten wir unsere Gastgeberstadt Konstanz kennenlernen. Dazu ist eine der regelmäßig stattfindenden Führungen eine gute Wahl. So erlebt man hier nicht nur die „bekannten“ Highlights, wie die Imperia oder das Konzil. Die Imperia-Statue an der Hafeneinfahrt ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv und Wahrzeichen der Stadt, sondern wohl auch eines der umstrittensten Kunstwerke im öffentlichen Raum. Auf einem Sockel, der aus den Resten eines ehemaligen Molenturms besteht, erhebt sich eine 9 Meter hohe, 18 Tonnen schwere, aus Beton gegossene Figur einer nur sehr spärlich bekleideten Frau mit einer Narrenkappe auf dem Kopf. Auf ihren ausgebreiteten Armen trägt sie zwei nackte Männerfiguren. In der einen Hand sitzt, mit übereinander geschlagenen Beinen, eine Figur mit Papsttiara, in der anderen Hand, mit gespreizten Beinen, eine Figur mit Kaiserkrone, die einen Reichsapfel in der Hand hält. Die Frauenfigur steht auf einem Rundtisch, der sich in vier Minuten einmal um die eigene Achse dreht.

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Foto: werner-menzel.de

Genuss mit roter Zwiebel

Ebenfalls sehr sehenswert und gern besucht sind aber auch die malerischen Gassen der Niederburg, die so manches Geheimnis preisgeben, wenn der Besucher gezielt nachfragt. Die sehr lebendige Zeitreise ist also ein absolutes „muss“, bevor es an die Entdeckung der landschaftlichen Schönheiten geht. Hier wäre zunächst einmal die Halbinsel Höri zu nennen, die sich prima per Fahrrad erkunden lässt. Nebenbei lernt man, dass die Bauern dieser Halbinsel schon vor Jahrhunderten die umliegenden Städte mit Rettich und Salat versorgten. Die von hier stammende Rote Zwiebel, die Höri-Bülle, ist europaweit geschützt und gilt als echte Delikatesse.

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Foto: werner-menzel.de

Gemüselieferant und UNESCO-Welterbe

Heutzutage übernimmt die UNESCO-Welterbeinsel Reichenau eine wichtige Versorgungsfunktion für die Region. Ausgedehnte Gemüsefelder, Treibhäuser und Weinberge verdeutlichen die landwirtschaftliche Bedeutung der Insel. Für Besucher ist eine ausgedehnte Runde durch die Felder und Weinberge mit Blick auf den Rhein und den Untersee. Die drei kulturellen Highlights am Weg sind die Kirchen St. Maria und Markus mit ihrer sehenswerten Schatzkammer, St. Peter und Paul sowie St. Georg mit beeindruckenden ottonischen Wandmalereien. Wer die Reichenau wirklich mit allen Sinnen erleben will, plant dafür mindestens einen vollen Tag ein und beschließt den in einem der bodenständigen Restaurants mit der traditionellen Küche.

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Foto: werner-menzel.de

Seegang entlang des Ufers

Zum Schluss wollen wir es noch einmal richtig wissen und starten auf dem 50 Kilometer langen Premiumwanderweg „SeeGang“. Dieser Weg verbindet Konstanz und Überlingen auf individuell gestaltbaren Routen entlang des glitzernden Bodensees miteinander. Herrschaftliche Burgruinen, malerische Städte und urige Dörfer sind besondere Highlights auf diesen Touren. In vier Etappen geht es von der historischen Konstanzer Altstadt über die imposante „Schmugglerbucht“ und die verträumte Blumeninsel Mainau nach Wallhausen. Von dort führt der Weg entlang der eindrucksvollen Steilkante am Überlinger See weiter über den inspirierenden Bodanrück bis nach Bodman.

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Foto: werner-menzel.de

Blütenpracht auf der Mainau

Eher gemächlich, wohl aber impressionsgeladen, klingt unser Besuch am Bodensee mit einer Stippvisite auf der Blumeninsel Mainau aus. Je nach Jahreszeit erlebt man hier eine blühende Pracht sondergleichen, strahlendes Grün in allen Varianten oder eine herbstlich bunte Welt, die sich vor keiner Destination der Welt verstecken muss. Allein der Baumbestand der Insel, der selbst gigantische Küstenmammutbäume präsentiert, ist einen Besuch wert. Dermaßen optisch gesättigt ist der Besuch des Konstanzer Konzils eine absolute Pflichtübung: In dem Gebäude gleich am Hafen fand vor 600 Jahren die einzig gültige Papstwahl nördlich der Alpen statt. Noch heute bietet man hier auf Nachfrage ein Mittelalter-Menü nach Original-Rezepten aus der Zeit des Konstanzer Konzils um 1417 an.

Weitere Informationen

www.konstanz-info.com (Stadt Konstanz)
www.echt-bodensee.de (Urlaub am Bodensee)
www.mainau.de (Blumeninsel Mainau)
www.konzil-konstanz.de (Konzilhaus/Restaurant am Hafen)
www.bodenseewest.eu (Insel- und Vulkanhopping)

 


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